Link verschicken   Druckansicht öffnen
 

Die Stimmung zuhause

25.11.2020

Oft höre ich, wie sich jemand über „die Stimmung zuhause“ beschwert. (Ich mache das auch gern.) „Die Stimmung zuhause ist mies. Da gehe ich lieber raus.“ oder „Die Stimmung zuhause ist schlecht. Da spreche ich meine Probleme und Wünsche besser nicht an.“

 

Die Stimmung zuhause ist eine soziale Realität. Erschaffer/innen dieser Stimmung sind die Erwachsenen. Opfer sind vorhandene Kinder oder Haustiere.

 

Sprachlosigkeit zwischen euch als Paar ist sowohl Ursache als auch aufrechterhaltende Bedingung der schlechten Stimmung. Du brauchst nicht die Erlaubnis deiner/s Partnerin/s, um etwas zu ändern.

 

Stelle dir diese zwei Fragen:

 

  1. Was brauche ich, damit es mir zuhause gut geht?

  2. Was kann ich dafür tun, damit ich habe, was ich brauche? Was unterlassen?

 

Danach sagst du das Ergebnis deiner Überlegungen deiner/m Partner/in. Er/sie ist vermutlich irritiert, verwundert, oder wird wütend. Diese Reaktion ist in Ordnung. Lass’ sie zu.

 

Es steckt sehr viel Kraft in deinen Bedürfnissen, und in jemandem, der sich mit Gelassenheit, Großzügigkeit sich selbst gegenüber und Akzeptanz sich selbst gegenüber um sie kümmert. Das wird auch deine/n Partner/in beeindrucken. Zeit, Freunde, Ruhe und Geld nur für dich selbst zu haben, sind kein Luxus. Es sind legitime Bedürfnisse.

 

Hier sind einige Inspirationen für Punkt 2:

 

  • Ich werde jeden Dienstag Abend um 19 Uhr 45 Min Zeit im Bad verbringen. (Baden mit Schaum und Kerzen, Rotwein und Buch)

  • Ich werde an keinem Dienstag die Kinder ins Bett bringen.

  • Ich werde jeden zweiten Sonntag Vormittag mit einem Freund eine Stadtwanderung machen.

  • Ich werde Samstags für die Familie kochen

  • Ich werde Sonntags nicht kochen

  • Ich werde keine Verabredungen mit Freunden absagen, weil du spontan geschäftliche Verpflichtungen hast

  • Ich werde den Tisch nach dem Essen nicht abräumen

  • Ich werde die Wäsche nicht aufhängen und zusammenlegen

  • Ich werde die Bäder putzen

  • Ich werde die Wohnung nicht putzen (Staubsaugen, Staubwischen)

  • Ich werde 10 Stunden in der Woche arbeiten

  • Wenn Corona vorbei ist, fahre ich ein langes Wochenende mit einer/m Freund/in weg

 

Diese Liste muss nicht genauso umgesetzt werden, wie du sie schreibst. Dein/e Partner/in darf da gerne mitreden. Wichtig ist:

 

  • dass du dir deiner Bedürfnisse, Wünsche und Träume bewusst wirst

  • dass du sie aufschreibst

  • dass du sie so formulierst, dass du diejenige/derjenige bist, der/die handelt

  • dass du sie deiner/m Partner/in präsentierst.

 

Mach’ dich für dich selbst stark und vertraue darauf, dass dein/e Auserwählte/r ein großes Interesse daran hat, dich glücklich zu machen.

 

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Die Stimmung zuhause